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Garnison Deutsch-Eylau

Königreich Preußen
⚔ Heeresstandort

Königreich

Truppengattung

Heer

Koordinaten

53.5976° N, 19.5612° O

Heutiger Name

Deutsch-Eylau

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Über die Garnison Deutsch-Eylau

Deutsch-Eylau lag im Kreis Rosenberg des Regierungsbezirks Marienwerder, Provinz Westpreußen, auf einer Halbinsel am Südende des Geserichsees – des heutigen Jeziorak, des längsten Sees Polens. Die Stadt kontrollierte seit dem Mittelalter die Wege über den See und entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem Verkehrsknoten: 1872 wurde die Bahnlinie Thorn–Deutsch-Eylau–Osterode eröffnet, 1877 folgte die Verbindung nach Marienburg, 1902 die Strecke Richtung Strasburg, und 1905 erhielt die Stadt ihr repräsentatives Bahnhofsgebäude. Diese Lage machte den Ort auch militärisch interessant – als Aufmarsch- und Standortraum nahe der russischen Grenze.

Militär lag in Deutsch-Eylau lange vor dem Kaiserreich: 1655 ist eine Kompanie des Obersten Sigburg nachweisbar, eine ständige Besatzung ab 1719 mit Teilen des Regiments zu Pferde Graf Schlippenbach. Durch das 18. und 19. Jahrhundert blieb die Stadt vor allem Kavalleriestandort, meist mit einer einzelnen Schwadron wechselnder Regimenter – darunter 1868 bis 1887 die 3. Schwadron des Ulanen-Regiments Nr. 8. Ab 1889 kehrte eine Schwadron des Westpreußischen Kürassier-Regiments Nr. 5 zurück, dessen Stab im nahen Riesenburg lag; um 1900 nennt die Ortsüberlieferung sogar drei Schwadronen der Kürassiere in der Stadt.

Ab den 1880er Jahren trat Infanterie hinzu: 1884 zunächst das Füsilier-Bataillon des Grenadier-Regiments Nr. 5, ab 1886 das II. Bataillon des Infanterie-Regiments Graf Dönhoff Nr. 44. Zum 1. April 1890 wurde in Deutsch-Eylau der Stab der 72. Infanterie-Brigade aufgestellt, 1899 kamen Stab und ein Bataillon des 1897 errichteten Deutsch-Ordens-Infanterie-Regiments Nr. 152 hinzu. 1901/02 löste das Infanterie-Regiment „Freiherr Hiller von Gaertringen“ (4. Posensches) Nr. 59 das Regiment Nr. 44 ab: Stab, I. und III. Bataillon bezogen Deutsch-Eylau, das II. Bataillon lag im ostpreußischen Grenzort Soldau. Als Artillerie stand das 1. Westpreußische Feldartillerie-Regiment Nr. 35 in der Stadt, das bei der Heeresvermehrung von 1899 umgegliedert wurde und dessen Verbleib in Deutsch-Eylau bis 1914 durchgehend belegt ist.

Für diese wachsende Garnison entstand ab 1898 ein regelrechtes Kasernenviertel am südöstlichen Stadtrand: 1898/99 zunächst eine Barackenkaserne am Jamielniker Weg, die anfangs Teile des Infanterie-Regiments Nr. 152 aufnahm, dazu 1899 Wirtschaftsgebäude und Stallungen, 1901 ein Offizierskasino und eine Garnisons-Dampfwaschanstalt. Ab 1906 wurde der Komplex an der Blücherstraße zur Artilleriekaserne ausgebaut – nach dem preußischen Feldmarschall Blücher benannt –, in der das Feldartillerie-Regiment Nr. 35 lag; eine weitere Kaserne an der Hindenburgstraße nahm dessen reitende Abteilung auf. Für die Stadt mit rund 8.000 Einwohnern um 1900 und gut 10.000 im Jahr 1910 war die Garnison ein erheblicher Wirtschaftsfaktor.

Den größten Sprung brachte die Heeresverstärkung von 1912. Zum 1. Oktober wurde in Allenstein das XX. Armee-Korps errichtet, und Deutsch-Eylau – bis dahin dem XVII. Armee-Korps in Danzig zugeordnet – wurde Sitz des Kommandos der neu aufgestellten 41. Division. Erster Kommandeur war Generalleutnant Hermann von Stein. Zugleich verlegten die Stäbe der 41. Kavallerie-Brigade (Kürassier-Regiment Nr. 5, Ulanen-Regiment Nr. 4) und der 41. Feldartillerie-Brigade (Feldartillerie-Regimenter Nr. 35 und Nr. 79) in die Stadt. Der Stab der 72. Infanterie-Brigade ging dafür nach Osterode, das Bataillon des Regiments Nr. 152 zur 74. Brigade nach Marienburg. Eine Kleinstadt von 10.000 Einwohnern als Divisionsstandort – das war die Ausnahme und unterstreicht die militärische Verdichtung des grenznahen Raums vor 1914.

Im August 1914 rückte die 41. Division ins Grenzgebiet aus und focht in der Schlacht bei Tannenberg. Am 28. August 1914 erlitt sie beim Angriff auf Waplitz schwere Verluste; unter den Gefallenen war Oberst Sonntag, der letzte Friedenskommandeur des Infanterie-Regiments Nr. 59. Die Division kämpfte anschließend an der Ostfront, ab 1916 in Rumänien und ab Anfang 1917 im Westen. Die Stadt selbst blieb 1914 von Kampfhandlungen verschont, diente aber als Bahnknoten dem Aufmarsch und Nachschub im ostpreußischen Grenzraum.

Nach 1918 blieb Deutsch-Eylau Standort: Die Reichswehr legte Stab und II. Bataillon des 3. (Preußischen) Infanterie-Regiments in die Stadt, das die Tradition des alten Regiments Nr. 59 fortführte; ein Denkmal erinnerte an dessen Gefallene von 1866, 1870/71 und 1914–1918. Im Januar 1945 wurde die Stadt bei der Eroberung durch die Rote Armee schwer zerstört und kam als Iława zu Polen; Garnisonsstadt wurde sie nicht wieder. Die Kasernen überstanden den Krieg weitgehend: In der ehemaligen Blücher-Kaserne an der heutigen ul. 1 Maja richtete das polnische Ministerium für Öffentliche Sicherheit 1949 ein Gefängnis ein – der Zakład Karny Iława besteht dort bis heute, das frühere Offizierskasino dient der Anstaltsverwaltung. Die Yorck-Kaserne wurde Krankenhaus, die Hindenburg-Kaserne und die alte Infanteriekaserne wurden zu Wohnungen und Werkstätten umgebaut.

Stationierte Einheiten und Verbände

Kasernen, Festungen und militärische Standorte

Quellen

Literatur zur Militärgeschichte

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