Garnison Burg

Königreich Preußen
Heeresstandort

Königreich

Truppengattung

Heer

Waffengattungen

Koordinaten

52.2697° N, 11.8547° O

Heutiger Name

Burg

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Über die Garnison Burg

Burg liegt rund 25 Kilometer nordöstlich von Magdeburg an der Ihle, am Rand des Fläming und der Elbniederung. Im Kaiserreich gehörte die Stadt zum Königreich Preußen, Provinz Sachsen, Regierungsbezirk Magdeburg, und war seit 1816 Sitz des Kreises Jerichow I. Sie zählte 1900 rund 22.400 Einwohner, überwiegend evangelisch, bei etwa tausend Katholiken. Die Verwechslungsgefahr mit dem gleichnamigen Eifeldorf Burg im Kreis Bitburg ist alt und hat auch moderne Ortsverzeichnisse in die Irre geführt; gemeint ist in militärischen Zusammenhängen des Kaiserreichs stets Burg bei Magdeburg.

Militärstandort wurde die Stadt lange vor der Reichsgründung. 1713 wies König Friedrich Wilhelm I. Truppen nach Burg ein, die zunächst bei Bürgern einquartiert waren; 1774/75 entstand das erste feste Kasernement, als die Stadt etwa 5.000 Einwohner hatte. Aus dieser Zeit stammt die enge Verflechtung von Bürgerschaft und Garnison, die für Burg bis 1918 kennzeichnend blieb. In Burg wurde 1780 Carl von Clausewitz geboren, dessen Name heute wieder an einer Kaserne der Stadt steht.

Ab 1833 war Burg durchgehend Standort preußischer Artillerie. Damit gehörte die Stadt zu jenem Kranz mittelgroßer Landstädte, in die das preußische Heer seine Artillerie legte, weil dort Platz für Ställe, Geschützremisen und Übungsgelände war, während die Stäbe in der nahen Festungs- und Korpsstadt Magdeburg saßen. Für Burg bedeutete das über acht Jahrzehnte hinweg Pferde, Fahrübungen und Schießausbildung als Teil des Stadtbildes.

Am 1. Oktober 1899 wurde in Burg das Feldartillerie-Regiment Nr. 40 aufgestellt. Es entstand aus der II. Abteilung des Feldartillerie-Regiments „Prinzregent Luitpold von Bayern“ (Magdeburgisches) Nr. 4 sowie aus der 9. und der 11. Batterie des Posenschen Feldartillerie-Regiments Nr. 20. Mit der Armeeorder Wilhelms II. vom 27. Januar 1902, die den bis dahin namenlosen Verbänden Landschaftsbezeichnungen zuwies, erhielt es den Namen Altmärkisches Feldartillerie-Regiment Nr. 40.

In der Friedensgliederung von 1914 bestand das Regiment aus Stab, I. und II. Abteilung mit Garnison in Burg. Es unterstand der 7. Feldartillerie-Brigade, deren Stab in Magdeburg lag und zu der außerdem das Feldartillerie-Regiment Nr. 4 in Magdeburg gehörte. Die Brigade war Teil der 7. Division und diese Teil des IV. Armeekorps mit Generalkommando in Magdeburg. Burg war damit 1914 eine reine Feldartilleriegarnison: Infanterie, Kavallerie oder Pioniere lagen hier nicht.

Die Stadt selbst lebte von Textil- und Lederverarbeitung. Burger Tuch wurde bereits im 12. Jahrhundert in Magdeburg gehandelt; im 19. Jahrhundert kamen Schuh- und Handschuhherstellung hinzu, die der Stadt den Beinamen „Schusterburg“ eintrugen — die Schuhfabrik Tack & Cie. wurde 1883 gegründet, die Tuchfabrik Paasche bereits 1846. Der 1871 fertiggestellte Ihlekanal band Burg an das Wasserstraßennetz an und beschleunigte die Industrialisierung. Neben drei evangelischen und einer katholischen Kirche standen in Burg Denkmäler für Wilhelm I., Friedrich III. und Bismarck.

Bei der Mobilmachung im August 1914 rückte das Regiment mit der 7. Division nach Westen aus. Es kämpfte unter anderem bei Le Cateau, an der Marne und an der Aisne, später am Loretto-Rücken und an der Somme. Im Krieg wurde der Verband um eine III. Abteilung erweitert. Zur Erinnerung an seine Gefallenen erschien 1932 eine umfangreiche Regimentsgeschichte, bearbeitet von Ernst Glaser-Gerhard im Auftrag des Vereins der Offiziere des ehemaligen Regiments.

Nach dem Waffenstillstand kehrte das Regiment zurück und wurde zwischen Januar und Mai 1919 demobilisiert und aufgelöst; damit endete zugleich die 85-jährige Artillerietradition der Stadt. Die militärische Nutzung des Standorts brach jedoch nicht ab: 1936 entstand an der Zerbster Chaussee ein neuer Kasernenkomplex, 1937 ein Fliegerhorst. Die alte Kaserne trägt heute den Namen Clausewitz-Kaserne und beherbergt Verbände der Bundeswehr, so dass Burg auf eine mehrere Jahrhunderte reichende, nur kurz unterbrochene Garnisonsgeschichte zurückblickt.

Stationierte Einheiten und Verbände

Kasernen, Festungen und militärische Standorte

Quellen

Literatur zur Militärgeschichte

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