Garnison Trier

Königreich Preußen
Heeresstandort

Königreich

Truppengattung

Heer

Koordinaten

49.7596° N, 6.6442° O

Heutiger Name

Trier

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Über die Garnison Trier

Trier gehörte im Deutschen Kaiserreich zur preußischen Rheinprovinz und war Sitz einer Königlichen Regierung. Militärisch lag die Stadt im Bereich des VIII. Armee-Korps, dessen Generalkommando in Koblenz saß und dessen Korpsbezirk im Wesentlichen die Rheinprovinz umfasste. Trier selbst war Sitz des Stabes der 16. Division, einer der beiden Divisionen dieses Korps, sowie der 31. Infanterie-Brigade, der 16. Kavallerie-Brigade und der 16. Feldartillerie-Brigade. Damit war die Stadt kein bloßer Truppenstandort, sondern eine Kommandobehörde mittlerer Ebene mit entsprechendem Stabs-, Verwaltungs- und Justizapparat.

Diese Bedeutung ergab sich aus der Lage. Trier liegt an der Mosel, wenige Kilometer von der luxemburgischen Grenze und nicht weit von Lothringen entfernt; die französische Grenze war im Ersten Weltkrieg rund dreißig Kilometer entfernt. Schon die Eisenbahnstrecke Saarbrücken–Trier–Luxemburg, ab 1856 gebaut und 1861 vollständig eröffnet, war ausdrücklich auch aus militärischen Erwägungen angelegt worden, um die Trierer Garnison und die damalige Bundesfestung Luxemburg an das Netz anzubinden. Mit der Eifelstrecke und der 1879 eröffneten Moselstrecke liefen in Trier bis 1914 drei leistungsfähige Zulaufwege zusammen, die im Kriegsfall als Aufmarschlinien dienten.

Den Kern der Infanteriegarnison bildete das 7. Rheinische Infanterie-Regiment Nr. 69, das seit 1871 in Trier lag und bis 1918 blieb. Seine Bataillone waren über mehrere Standorte in der Stadt verteilt: das I. Bataillon in der Palastkaserne im ehemaligen kurfürstlichen Palais, das II. Bataillon ab 1881 in der Maximinkaserne, das III. Bataillon in der Agnetenkaserne im früheren Agnetenkloster. 1891 kam das Infanterie-Regiment „von Horn“ (3. Rheinisches) Nr. 29 hinzu, das bis 1918 in der neu errichteten Hornkaserne im Stadtteil Trier-West/Pallien untergebracht war. Beide Regimenter bildeten die in Trier stationierte 31. Infanterie-Brigade.

Ein drittes Infanterieregiment lag zeitweise in der Stadt: das 1897 aufgestellte 10. Rheinische Infanterie-Regiment Nr. 161, das von 1899 bis 1914 in einer von der Stadt Trier selbst errichteten Kaserne in Trier-West untergebracht war und im Volksmund den Namen „161er-Kaserne“ oder „Gneisenaukaserne“ trug. Zum 1. August 1914 verlegte das Regiment nach Düren. Dass eine Kommune eine Kaserne auf eigene Kosten baute, war kein Ausdruck von Militärbegeisterung allein: Garnisonen brachten Kaufkraft, Aufträge und Bevölkerungszuwachs. 1905 zählte Trier einschließlich der Garnison 46.709 Einwohner.

Die Waffengattungen jenseits der Infanterie kamen erst spät und dann rasch hinzu. Am 1. Oktober 1899 wurde das Feldartillerie-Regiment Nr. 44 aufgestellt, das 1902 den Beinamen „Triersches“ erhielt; es bezog zunächst Teile der Maximinkaserne und zog 1912 in die neu fertiggestellte Artilleriekaserne zwischen Schöndorfer- und Schönbornstraße in Trier-Nord. 1913 folgte das Jäger-Regiment zu Pferde Nr. 7, für das in derselben Zeit die Jägerkaserne an der Herzogenbuscher Straße gebaut wurde. Ebenfalls 1912 wurde die seit 1907 errichtete Goeben-Kaserne bezogen, benannt nach dem preußischen General August Karl von Goeben; dort lagen ab dem 1. Oktober 1912 das II. Bataillon und die Maschinengewehr-Kompanie des Regiments Nr. 69.

Diese Bauwelle der Jahre 1907 bis 1913 veränderte das Stadtbild erheblich. Während die älteren Unterkünfte in säkularisierten Klöstern und im Palais der Kurfürsten untergebracht waren, entstanden nun geschlossene Kasernenanlagen auf freiem Feld im Norden und Westen der Stadt, mit Reithallen, Stallungen, Exerzierhallen und Offizierskasinos. Trier wuchs damit auch baulich in die Rolle eines vorgeschobenen Aufmarschraums hinein.

Im August 1914 wurde diese Funktion unmittelbar wirksam. Die in Trier stationierte 16. Division unter Generalleutnant Georg Fuchs erhielt den Auftrag, das neutrale Großherzogtum Luxemburg zu besetzen; der Einmarsch begann am 2. August 1914, die Stadt Luxemburg wurde am 10. August besetzt. Trier selbst wurde zur Etappen- und Lazarettstadt: Bereits ab August 1914 standen rund 6.000 Krankenbetten in acht Reservelazaretten bereit, die teils in den Kasernen selbst eingerichtet wurden, so in der Palast-, Agneten- und Goeben-Kaserne. Die Verluste waren hoch; allein das Regiment Nr. 69 verzeichnete 3.593 Gefallene, die Trierer Zivilbevölkerung 1.451 Kriegstote.

Nach dem Waffenstillstand rückten im Dezember 1918 zunächst amerikanische Truppen ein, ab 1919 französische, die bis 1930 blieben und die Anlagen mit neuen Namen belegten: Die Hornkaserne hieß „Quartier Sidi-Brahim“, die Maximinkaserne „Quartier Verdun“, die Jägerkaserne „Quartier de l'Yser“, die Artilleriekaserne „Quartier de Grand Couronné“. In der Hornkaserne war von 1927 bis 1929 Charles de Gaulle als Bataillonskommandeur der 19. Alpenjäger stationiert. Mit der Entmilitarisierung des Rheinlands verloren die Bauten ihren Zweck; wegen der Wohnungsnot wurden ab 1919 Teile der Agnetenkaserne und ab 1925 der Hornkaserne zu Notwohnungen umgebaut.

Von den Trierer Kasernen ist unterschiedlich viel geblieben. Die Agnetenkaserne wurde am 14. August 1944 bei einem Luftangriff zerstört und 1945 abgeräumt; auf dem Gelände stehen heute das Stadtarchiv und ein Busparkplatz. Die Hornkaserne fiel in den 1960er Jahren dem Wohnungsbau zum Opfer, erhalten blieben drei Gebäude, darunter die zur katholischen Kirche Christkönig umgebaute Reithalle. Die Goeben-Kaserne wurde in den 1930er Jahren zu Wohnungen umgebaut; die frühere Exerzierhalle dient heute als Kirche St. Ambrosius, das Areal als Bürgerhaus Trier-Nord. Die Jägerkaserne, bis 1992 von französischen Truppen als „Quartier Castelforte“ genutzt, wurde zur Konversionsfläche; die IHK Trier zog 1999 dorthin, eine Denkmalzone sichert sieben Altbauten. Die städtische Kaserne in Trier-West beherbergt heute unter anderem eine Polizeiinspektion, Caritas-Einrichtungen und ein Jobcenter, das frühere Offizierskasino das Don-Bosco-Haus. Die Artilleriekaserne besteht nicht mehr, und die Abteikirche St. Maximin, jahrzehntelang Kasernenbau, dient nach langer Sanierung als Turn- und Veranstaltungshalle.

Stationierte Einheiten und Verbände

Kasernen, Festungen und militärische Standorte

Quellen

Literatur zur Militärgeschichte

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Benachbarte Garnisonen

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