Standorte im Deutschen Kaiserreich (Stand 1914)
Die Kaiserliche Marine war Reichssache — anders als das Heer kannte sie keine Kontingente der Bundesstaaten. Ihre Standorte konzentrierten sich auf die beiden Reichskriegshäfen: Kiel für die Ostsee und Wilhelmshaven für die Nordsee. Beide waren zugleich Sitz einer Marinestation (Ostsee bzw. Nordsee) und Standort einer Kaiserlichen Werft.
Hinzu kam Danzig mit der dritten staatlichen Marinewerft — als einzige baute sie U-Boote; zwischen 1908 und 1915 entstanden dort 23 Boote. Der Schiffbau war damit über drei Standorte verteilt, während die Flotte selbst in Kiel und Wilhelmshaven lag.
Eine Sonderrolle spielt die Marine-Luftschifffahrt: Ab 1912 diente der Luftschiffhafen Hamburg-Fuhlsbüttel als erster Standort der Marineluftschiffe, bis der große Hafen Nordholz bei Cuxhaven fertiggestellt war. Mit dem Kieler Matrosenaufstand vom November 1918 nahm in einem dieser Häfen die Novemberrevolution ihren Ausgang.
Nächstgelegener Ort zum großen Marine-Luftschiffhafen Nordholz.
Kaiserliche Werft, hervorgegangen aus einem Korvettendepotplatz von 1844 — die einzige der drei Staatswerften, die U-Boote baute (23 Boote von 1908 bis 1915).
Der Luftschiffhafen Fuhlsbüttel diente ab 1912 als erster Standort der Marineluftschiffe, bis Nordholz fertiggestellt war.
Reichskriegshafen an der Ostsee: Sitz der Marinestation der Ostsee und einer Kaiserlichen Werft. Der Matrosenaufstand vom November 1918 nahm hier seinen Ausgang.
Reichskriegshafen an der Nordsee — preußische Exklave am Jadebusen mit Kaiserlicher Werft und Sitz der Marinestation der Nordsee.